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Dachs

Behandlung von Schwielen und Hyperkeratosen

Schwielen kennen die meisten Menschen vom eigenen Fuß. Was harmlos aussieht und sich anfangs nur als leichte Verdickung der Haut zeigt, kann sich mit der Zeit zu einem echten Problem entwickeln. Wenn Hornhaut sich übermäßig aufbaut, drückt, reißt oder schmerzt, spricht man medizinisch von einer Hyperkeratose. Der Begriff kommt aus dem Griechischen und beschreibt schlicht das Zuviel an Hornschicht. An den Füßen ist dieses Zuviel besonders häufig, denn kein anderer Körperbereich trägt täglich so viel Last und ist gleichzeitig so stark mechanischen Einflüssen ausgesetzt. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Behandlung lassen sich Schwielen und Hyperkeratosen sehr gut in den Griff bekommen.

Was sind Hyperkeratosen und wie entstehen sie?

Hornhaut ist zunächst nichts Schlechtes. Die Haut bildet sie als natürlichen Schutz, wenn sie dauerhaft Druck oder Reibung ausgesetzt ist. Problematisch wird es, wenn dieser Schutzmechanismus außer Kontrolle gerät und sich die Hornschicht immer weiter aufbaut, ohne dass abgestorbene Zellen in ausreichendem Maß abgeschilfert werden. Medizinisch unterscheidet man dabei zwei Grundformen: Bei der einen produziert die Haut schlicht zu viele Hornzellen, bei der anderen funktioniert der natürliche Erneuerungsprozess nicht mehr richtig, sodass sich die alten Zellen anstauen.

Zu den häufigsten Ursachen für Schwielen und Hyperkeratosen an den Füßen gehören:

  • Falsches oder enges Schuhwerk: Schuhe, die Druck auf bestimmte Stellen ausüben, sind die häufigste Ursache. Auch hochhackige Schuhe belasten den Vorfußballen dauerhaft.
  • Fußfehlstellungen: Hallux valgus, Hammer- oder Krallenzehen, Platt- oder Hohlfuß führen dazu, dass das Körpergewicht ungleichmäßig verteilt wird und einzelne Stellen überlastet werden.
  • Trockene Haut: Zu wenig Feuchtigkeit macht die Haut spröde und anfälliger für Rissbildung und Verhornungen.
  • Erkrankungen: Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Rheuma oder Schuppenflechte können die Hautstruktur verändern und Hyperkeratosen begünstigen.
  • Starke körperliche Belastung: Sportlerinnen und Sportler mit viel Lauf- und Sprungbelastung sind häufiger betroffen, weil ihre Füße täglich extremen Kräften ausgesetzt sind.

Wenn Schwielen lange unbehandelt bleiben, können sie sich verhärten, tiefer in das Gewebe wachsen und schließlich schmerzen. Besonders an der Ferse entstehen dann sogenannte Rhagaden oder Schrunden: tiefe Einrisse in der Haut, die sich entzünden, bluten und das Gehen erheblich erschweren können.

Wie werden Schwielen und Hyperkeratosen behandelt?

Das Ziel jeder Behandlung ist es, die überschüssige Hornhaut zu entfernen, die betroffenen Stellen zu entlasten und das erneute Aufbauen zu verlangsamen. Je nach Ausmaß und Ursache kommen dabei unterschiedliche Methoden zum Einsatz.

Professionelles Abtragen in der Podologie

Die wirksamste und sicherste Methode ist die fachgerechte Abtragung durch eine ausgebildete Podologin oder einen ausgebildeten Podologen. Mit speziellen Instrumenten wie Skalpell, Fräser oder Hohlfräser wird die verdickte Hornhaut schonend und gezielt abgetragen, ohne gesundes Gewebe zu verletzen. Das klingt nach mehr, als es ist: In geübten Händen ist die Behandlung nahezu schmerzfrei und dauert in der Regel nicht lange.

Vor der Behandlung wird die Haut häufig durch ein Fußbad oder keratolytische Mittel erweicht. Diese Präparate, die Wirkstoffe wie Harnstoff enthalten, helfen dabei, die Hornschicht aufzuquellen und das anschließende Abtragen zu erleichtern. Direkt nach der Behandlung wird die Stelle versorgt, bei Bedarf mit druckentlastenden Polstern oder Orthosen geschützt, und die Patientin oder der Patient erhält eine Beratung zur richtigen Nachpflege zu Hause.

Für Menschen mit Diabetes, Durchblutungsstörungen oder anderen Grunderkrankungen ist die professionelle Behandlung besonders wichtig. Schon kleine Verletzungen oder tief sitzende Schwielen können bei ihnen zu ernsthaften Wundheilungsproblemen führen. Hier sollte auf keinen Fall selbst „nachgeholfen“ werden.

Druckentlastung und Hilfsmittel

Wer Schwielen nur abtragen lässt, ohne die Ursache anzugehen, wird sie bald wieder haben. Daher gehört zur vollständigen Behandlung immer auch eine gezielte Druckentlastung. Je nachdem, wo die Hornhaut entsteht, kommen unterschiedliche Hilfsmittel zum Einsatz: individuelle Silikon-Orthosen, weiche Druckschutzpolster, Zehenspreizer oder angepasste Einlagen, die das Fußgewölbe stützen und das Körpergewicht gleichmäßiger verteilen.

Ergänzend spielt das Schuhwerk eine wichtige Rolle. Schuhe mit ausreichend Platz, weichem Material und guter Dämpfung nehmen dauerhaft Druck von den belasteten Stellen und unterstützen die Wirkung der podologischen Behandlung nachhaltig.

Pflege zu Hause

Zwischen den Behandlungsterminen ist regelmäßige Fußpflege zu Hause wichtig, um das Ergebnis zu erhalten. Fußcremes mit Harnstoff (Urea) halten die Haut geschmeidig, beugen Austrocknung vor und verlangsamen den erneuten Aufbau von Hornhaut. Regelmäßige Fußbäder erweichen die Haut und machen die Pflege einfacher. Wer zu stark verhornter Haut neigt, sollte außerdem darauf achten, die Füße nicht zu lange in sehr heißem Wasser zu baden, da das die Haut auf Dauer austrocknet und die Bildung von Schwielen begünstigt.

Wann sollte man zum Podologen?

Leichte Schwielen an unkomplizierten Stellen lassen sich mit guter Pflege zu Hause oft gut im Rahmen halten. Sobald jedoch Schmerzen auftreten, die Hornhaut sehr dick und verhärtet ist, Risse entstehen oder eine Grunderkrankung wie Diabetes vorliegt, sollte die Behandlung immer in professionelle Hände. Im Therapiezentrum Melias in Bad Kreuznach gehört die Behandlung von Schwielen und Hyperkeratosen zum festen Leistungsangebot der Podologie, individuell abgestimmt und in enger Abstimmung mit den anderen Therapiebereichen des Hauses.