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Dachs

Behandlung von Rollnägeln (Pincer Nail)

Wer schon einmal einen Rollnagel hatte, weiß, wie unangenehm das sein kann. Der Nagel rollt sich an den Seiten ein, drückt zunehmend in das umliegende Weichgewebe und kann bei jedem Schritt Schmerzen verursachen. Medizinisch wird dieses Krankheitsbild als Unguis convolutus bezeichnet, im englischsprachigen Raum auch als Pincer Nail bekannt. Es handelt sich dabei nicht um ein rein kosmetisches Problem, sondern um eine krankhafte Nagelveränderung, die ohne die richtige Behandlung fortschreitet und zu ernsthaften Komplikationen führen kann. Die Podologie verfügt über bewährte, schonende Behandlungsmethoden, die in den meisten Fällen eine Operation überflüssig machen.

Was ein Rollnagel ist und wie er entsteht

Beim Rollnagel wölbt sich die Nagelplatte übermäßig quer zur Wachstumsrichtung. Die seitlichen Nagelränder rollen sich ein und drücken mit zunehmendem Wachstum in den Nagelfalz, also in das Weichgewebe seitlich des Nagels. Durch diesen anhaltenden Druck entstehen Verhornungen und Hühneraugen im Nagelfalz, und im fortgeschrittenen Stadium kann aus dem Rollnagel ein eingewachsener Nagel werden, der mit Entzündungen und starken Schmerzen einhergeht.

Man unterscheidet verschiedene Formen des Rollnagels. Beim sogenannten Tütennagel ist die Verformung so ausgeprägt, dass der Nagel von vorn betrachtet fast einen geschlossenen Kreis bildet. Beim klassischen Rollnagel sind die Seitenränder weniger stark eingerollt, aber die Krümmung nimmt mit der Zeit ohne Behandlung kontinuierlich zu.

Zu den häufigsten Ursachen des Rollnagels gehören:

  • Genetische Veranlagung: Rollnägel treten familiär gehäuft auf, weil die Form der Nagelmatrix und die Nagelstruktur vererbt werden
  • Enges, drückendes Schuhwerk, das die Zehen zusammenpresst und die Nagelränder kontinuierlich nach innen drückt
  • Falsches Nagelschneiden, besonders wenn die Nagelränder zu rund oder zu kurz geschnitten werden
  • Alterungsprozesse: Im Laufe des Lebens verändert sich das Nagelbett und begünstigt die Einrollung der Nagelränder
  • Systemische Erkrankungen wie Psoriasis oder eine schlechte Durchblutung, die die Nagelstruktur beeinflussen

Die konservative Behandlung in der Podologie

In der Podologie steht die schonende, nicht-invasive Behandlung klar im Vordergrund. Bei rechtzeitiger Behandlung lässt sich das Fortschreiten des Rollnagels in den meisten Fällen deutlich bremsen oder sogar vollständig korrigieren.

Professionelle Nagelbearbeitung

Der erste Schritt ist immer eine sorgfältige Befunderhebung und die fachgerechte Bearbeitung des Nagels. Der Podologe oder die Podologin trägt verdickte Nagelsubstanz schonend mit dem Fräser ab und bringt den Nagel in eine Form, die der anschließenden Spangenbehandlung die beste Ausgangslage gibt. Gleichzeitig werden Verhornungen und Hühneraugen im Nagelfalz entfernt, die durch den anhaltenden Druck entstanden sind. Tamponaden, also kleine Streifen aus sterilem Material, werden bei Bedarf zwischen Nagelrand und Haut eingelegt, um akuten Druck zu entlasten und entzündetes Gewebe zu schonen.

Nagelspangenbehandlung

Die Nagelspange ist die wirksamste konservative Methode bei Rollnägeln. Seit Juli 2022 ist sie als verordnungsfähiges Heilmittel im podologischen Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen, was bedeutet, dass die Kosten bei entsprechender ärztlicher Verordnung unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden können.

Bei der Spangenbehandlung wird eine individuell angepasste Spange aus flexiblem Draht oder Kunststoff auf dem Nagel befestigt. Sie übt einen sanften, kontinuierlichen Zug auf die eingerollten Nagelränder aus und führt den Nagel schrittweise wieder in seine natürliche, flachere Form zurück. Die Behandlung ist nahezu schmerzfrei: Viele Patientinnen und Patienten berichten, dass sie die Spange kaum bemerken und direkt danach wieder normal gehen können. Enge Schuhe sollten allerdings für die Dauer der Behandlung gemieden werden.

Da Fußnägel sehr langsam wachsen, erfordert die Spangenbehandlung Geduld. In der Regel sind mehrere Sitzungen über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten nötig, um den Nagel dauerhaft zu korrigieren. Bei jedem Termin wird die Spange nachjustiert oder neu angebracht, um die Zugrichtung dem aktuellen Nagelwachstum anzupassen.

Begleitende Pflege und Druckentlastung

Neben der eigentlichen Spangenbehandlung sind begleitende Maßnahmen wichtig, um die Behandlung zu unterstützen und Beschwerden zu lindern. Weiche Silikonorthosen schützen den Nagelfalz vor Druck durch das Schuhwerk und können Verhornungen und neue Druckstellen verhindern. Regelmäßige Fußpflege mit harnstoffhaltigen Cremes hält die Haut rund um den Nagel geschmeidig und beugt Rissen vor.

Besonders wichtig ist die Beratung zur richtigen Nagelpflege zu Hause. Nägel sollten gerade und nicht zu kurz geschnitten werden, damit die Nagelränder seitlich frei liegen. Und auch die Wahl des Schuhwerks spielt eine entscheidende Rolle: Schuhe mit ausreichend Platz im Zehenbereich nehmen langfristig Druck vom Nagel und unterstützen das gesunde Nagelwachstum.

Wann ist eine Operation notwendig?

Wenn die konservative Behandlung trotz konsequenter Durchführung keinen dauerhaften Erfolg bringt oder der Rollnagel bereits so stark ausgeprägt ist, dass eine Nagelspange nicht mehr ausreicht, kann ein operativer Eingriff notwendig sein. Dabei wird in der Regel ein Teil des Nagels oder der Nagelmatrix unter örtlicher Betäubung entfernt, um ein erneutes Einrollen dauerhaft zu verhindern. Moderne operative Verfahren sind minimalinvasiv, heilen gut ab und haben eine gute Langzeitprognose.

Erfahrungsgemäß lässt sich eine Operation jedoch in den meisten Fällen vermeiden, wenn der Rollnagel frühzeitig erkannt und konsequent behandelt wird. Wer beim ersten Auftreten von Druckschmerzen oder sichtbarer Einrollung des Nagels nicht zuwartet, sondern zeitnah eine podologische Praxis aufsucht, hat die besten Chancen auf eine vollständige und dauerhafte Korrektur. Im Therapiezentrum Melias in Bad Kreuznach wird die Rollnagelbehandlung individuell geplant und professionell durchgeführt, mit dem Ziel, den natürlichen Nagelwuchs wiederherzustellen und eine Operation zu vermeiden.